Reform des Unterhaltsvorschussgesetztes zum 01.07.2017

Zum 01.07.2017 hat sich das Unterhaltsvorschussgesetz zum Teil wesentlich geändert. Sollten sie von den Änderungen profitieren, erhalten sie in den nächsten Wochen ein Schreiben des Jobcenters, das sie zur (erneuten) Antragstellung beim örtlich zuständigen Jugendamt auffordert.

Sollten sie kein Schreiben bekommen und dennoch der Meinung sein, dass sie von der Reform profitieren könnten, wenden sie sich bitte selbstständig und ohne Aufforderung an die örtlich zuständige Stelle des Jugendamtes.


Wer bekommt Unterhaltsvorschuss?

Unterhaltsvorschuss erhalten, die bei einem alleinerziehenden Elternteil leben und keinen oder keinen regelmäßigen Unterhalt von dem anderen Elternteil erhalten. Hierbei gibt es keine Einkommensgrenze für den alleinerziehenden Elternteil. Ein gerichtliches Unterhaltsurteil gegen den anderen Elternteil ist nicht erforderlich. Ist der andere Elternteil ganz oder teilweise leistungsfähig, wird er vom Staat in Höhe des gezahlten Unterhaltsvorschusses in Anspruch genommen.
Reform zum 01.Juli 2017
Um die Situation von Alleinerziehenden zu verbessern, haben sich Bund und Länder darauf verständigt, den Anspruch auf Unterhaltsvorschuss auszuweiten. Die Einigung sieht zwei bedeutende Änderungen vor:
• Anspruch bis zum 12 Geburtstag
Ohne Bezugshöchstdauer von 72 Monaten

• Anspruch ab dem 12 Geburtstag
Wenn das Kind durch den Bezug von UVG-Leistungen nicht mehr auf Hartz IV Leistungen angewiesen sein wird
Oder
• Der alleinerziehende Elternteil bei Hartz IV Bezug mindestens über 600€ Bruttoeinkommen verfügt

Höhe des Unterhaltsvorschusses
Die Höhe des Unterhaltsvorschusses richtet sich nach dem Alter der Kinder und beträgt seit dem 1. Januar 2017 monatlich:
• für Kinder von 0 bis 5 Jahre 150 Euro
• für Kinder von 6 bis 11 Jahre 201 Euro
• für Kinder von 12- bis 17 Jahren 268 Euro (seit dem 1. Juli 2017)